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Sonntag, 8. Januar 2012

Bauland

Eine Sache geht uns immer mal wieder durch den Kopf: eine gewisse Erleichterung, vor allem beim wochenendlichen Lesen der Immobilienanzeigen im lokalen Käseblatt.


Wir haben viel Glück gehabt, aber auch die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen und zur richtigen Zeit ein Haus gebaut, was zumindest 90% unseren Wünschen, Träumen und (wichtiger!) Anforderungen entspricht, anstatt auf das utopische 100%-Traumhaus zu warten, was dann entweder nicht realisierbar, nicht zu finden oder nicht zu bezahlen ist.

In unserer Bekanntschaft gibt es derzeit mehrere Leute, die auch wie wir Bauland suchen. Auch in unserer Nähe. Aber der Markt in unserer Gegend ist derzeit wie leergefegt, es gibt entweder nur noch "JWD"-Grundstücke, oder sie sind so teuer, dass man sich auf diesen kein Haus mehr leisten kann. Natürlich kann man die ein paar (so 10..15) km aus dem Ort herausfahren und bekommt dort Land teilweise zu Spottpreisen. Die Grundstücke und die projektierten Häuser sind auch tatsächlich teilweise sehr attraktiv.

Bevor man sich in einem solchen Ort niederlässt, sollte man sich allerdings einige Dinge fragen:
  • Möchte ich in einen Ort ziehen, wo selbst der Gang zum Bäcker nur mit einem Auto möglich ist? Eine gewisse Mindestausstattung an fußläufig erreichbarer Infrastruktur halte ich für unumgänglich. Dafür zählt etwas Einzelhandel (Supermarkt, Bäcker, Fleischer, ..) sowie eine Grundschule.
  • Möchte ich in einen Ort ziehen, in dem man den Eindruck bekommt, dass in den letzten 2-3 Generationen nicht sehr viel genetischer Austausch mit dem Rest der Welt stattgefunden hat?
    Wo quasi jeder Grundbesitzer sein Haus oder zumindest das Grundstück geerbt hat und daher keiner bewusst die Entscheidung für ein Leben in diesem Ort getroffen hat?
    Wo man es möglicherweise als "Außenstehender" schwer haben wird, in die Nachbargemeinschaft aufgenommen zu werden – insbesondere dann, wenn man auch noch eine eigene Meinung hat und nicht brav CDU wählt, sofort in den Schützenverein eintritt und sonntags in die Kirche geht?
Selbst fünf Kilometer fehlende Infrastruktur (etwa eine fehlende Bahnanbindung) kann schon fatal sein und den Kauf eines zweiten Autos erforderlich machen. Und für den Rest des Lebens ein zweites Auto benötigen zu müssen, kann durchaus mal 50.000€ kosten – die verlorene Fahrtzeit gar nicht mitgerechnet.

Dann investiere ich das Geld lieber in ein teureres, aber zentraler gelegenes Grundstück, bin täglich schneller zuhause und fahre die kürzeren Strecken mit dem Fahrrad oder gehe zu Fuß.

Natürlich muss man das Grundstück erstmal finden ...

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